Verführung und Vergnügung
Frauengeschichte in Venedig
Frauenbildungsreise vom 24. bis 29. April 2012

Laufen wie am Schnürchen (einer Perlenkette aus Muranoglas)
Podcast zum venezianischen Alltag
von Nadja Bennewitz (8,5 MB)
Musik und Malerei, Poesie und Politik, Kunst und Kitsch – bei dieser Spurensuche lernen Sie Venedigs weibliche Sonnenseiten zwischen schattigen Gässchen und weitläufigen Plätzen, auf der schillernden Lagune und in prächtigen Palazzi kennen.
Eine besondere Art, dem Alltag zu entfliehen und dabei Frauen-Kulturgeschichte zu erfahren.
Infos und Anmeldung bei
FRIdA Frauenreisen
Elke Heinemann & Kirsten Harder
Königstr. 137 a
90762 Fürth
T. 0911-4 33 18 64
F. 0911-4 78 12 55
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Aus dem Programm (Änderungen vorbehalten!):
Zum Einstieg der Aufstieg
Schon die Dachterasse des Gästehauses am Markusbecken hat es in sich,doch der Ausblick vom Kirchturm San Giorgio Maggiore ist atemberaubend - Venedig wird Ihnen zu Füßen liegen!
Nach der Besichtigung des Männerklosters San Giorgio Maggiore darf der Besuch im weiblichen Pendant nicht ausbleiben: Das Frauenkloster San Zaccaria mit seiner bedeutenden Renaissancekirche birgt kostbare gotische Kunstschätze, Ausdruck weiblichen Mäzenatentums, denn finanziert haben die Nonnen ihren Konvent aus eigenen Mitteln.
Mädchen, Musen und Musik
Die Unterkunft der Frauengruppe ist das ehemalige Mädchenkonservatorium "La Pietá", in dem einst Antonio Vivaldi Kapellmeister und ausgezeichneter Musikpädagoge war. Diese frühen "Verwahranstalten", in denen die Mädchen zu exzellenten Musikerinnen ausgebildet wurden, gaben den heutigen europäischen Musikschulen ihren Namen.
Über das musikalische Leben in der „Pietá" berichtet Vivaldiforscherin Micky White bei Spritz und Selters: Das Frauenorchester und Vivaldi lassen bitten!
Kunst und Kitsch
Peggy Guggenheim, die Förderin der künstlerischen Avantgarde, galt als die "letzte Dogaressa" Venedigs. Als Kunstmäzenin ist sie in die Frauengeschichte eingegangen, und das, obwohl ihre "Männergeschichten" verhinderten, dass sie sich der Unterstützung besonders auch der Künstlerinnen widmete.
In ihrem ehemaligen palazzo am Canal Grande, der heute die grandiose Sammlung surrealistischer und abstrakter Kunst birgt, sind denn auch – außer den Gemälden ihrer Tochter Pegeen Vail – (fast) nur Männer ausgestellt. Anhand dieser Werke lässt sich nicht nur die Kunstgeschichte der 20. Jahrhunderts rekonstruieren, sondern auch die Lebensgeschichte der Peggy nachverfolgen, und die war reichlich aufregend!
Entdeckungen in Castello
Das Gästehaus der Frauengruppe befindet sich in bester Nachbarschaft:
Das Frauenkloster San Lorenzo, das neben San Zaccaria Nonnen der reichsten Patrizierfamilien beherbergte, birgt Skandalgeschichten aus dem einst und jetzt: So bietet es u.a. die Kulisse für Donna Leons Brunetti-Krimi!
Bei einem Spaziergang durch dieses venezianische Stadtsechstel streifen wir die Entwicklungsgeschichte der Serenissima und ihre weibliche Seite: Wir begegnen der Malerin Giulia Lama aus dem 18. Jahrhundert, einer Vertreterin des „pathetischen Rokoko“, wir hören von den streikfreudigen Perlenzieherinnen im Herzen Castellos, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts lautstark ihre Rechte einforderten, und erinnern uns den Widerstandskämpferinnen gegen Faschismus und Deutsche Besatzung am Markusbecken.
Venedig und seine Friedhofsinsel
"Unter jedem Grabstein liegt ein Stück Weltgeschichte" – so ließe sich der Ausflug auf San Michele umschreiben, da hier zahlreiche prominente KünstlerInnen, Musiker und Literaten beerdigt sind, darunter die venezianische Schriftstellerin Giustina
Renier Michiel, die Violinistin und Vivaldiverehrerin Olga Rudge und ihr Lebensgefährte Ezra Pound, das Ehepaar Igor und Vera Strawinsky, Literaturnobelpreisträger Joseph Brodsky und der Komponist Luigi Nono, dessen Frau Nuria Schoenberg in einem venezianischen Archiv das musikgeschichtliche Andenken an ihren Mann pflegt.
Angebot bei Nachfrage
In einer so bedeutenden Hafen- und Handelsstadt wie Venedig blieb das Gewerbe der Prostitution nicht aus. Der venezianische Stadtstaat versuchte so weit wie möglich, die Straßenprostitution zu reglementieren, die Folgen: Die "Dirnen" wurden schikaniert, die Freier blieben weitgehend unberührt.
Wir besuchen das Rialtoviertel mit dem ponte delle tette, der "Brücke des Busens" und erfahren von der "hohen Kunst der Liebe" der Kurtisanen.
Unterkunft
Die Frauengruppe ist in dem einfachen Gästehaus "Casa per ferie Santa Maria della Pietá" unmittelbar am Markusbecken einquartiert, einem alten, charmanten palazzo, der einst die Musikschülerinnen Vivaldis beherbergte - wenn dies nicht die angemessene Unterbringung für eine Frauenbildungsreise ist!
In diesem Gästehaus gibt es keinen Luxus, sondern schlichte 1- und 2-Bettzimmer mit sauberen und vielen Badezimmern auf der Etage (bitte Badeschuhe, Bademantel und Fön mitnehmen!), sehr freundliches Personal, eine fantastische Dachterrasse, einen netten Frühstücksraum und viel Raum und Ruhe für Zusammenkünfte und kleine Inszenierungen, die zum Reiseprogramm gehören.
Leistungen
5 Übernachtungen mit Frühstück, 3 Mehrgängemenüs, 1 Aperitif mit leckeren Häppchen, alle Museumseintritte und Führungen sowie die Fahrten auf den vaporetti, den venezianischen Wasserbussen.
Die Anreise per Bahn oder Flugzeug erfolgt individuell oder in kleinen Frauengruppen, individuell beraten von FridA Frauenreisen und ist nicht im Reisepreis inbegriffen.
Preis
Alle weiteren Anfragen bitte an FRIdA Frauenreisen!
Die DVD zur venezianischen Frauengeschichte

Venedig - Eine Frauengeschichte
Ein Film von Anette von Zitzewitz
Kamera Susette Wahren
Persephone 2008
Erzählt von:
Nadja Bennewitz, Carla Boccato, Lisette Caputo, Rita Costantini, Tiziana Plebani, Maria Teresa Sega, Nadia Filippini, Alexandra Hai, Maria Pia Miani
Dokumentarfilm, 82 Minuten
Die DVD ist für 25,00 € + Porto zu bestellen bei:
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oder direkt bei
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Venezianerinnen erzählen Lebensgeschichten vom 16. Jahrhundert bis heute. Historikerinnen und Künstlerinnen begleiten die filmische Reise durch die einzigartige Stadt Venedig und lassen Orte der Frauengeschichte lebendig werden.
Wir treffen auf Nonnen und Kurtisanen, Künstlerinnen, Ehefrauen und Mütter und erfahren etwas über die Salonière im Ghetto, die Waisenhäuser und Konservatorien für Mädchen ("Ospedali"), die Arbeitskämpfe der Glasperlenzieherinnen, den antifaschistischen Widerstand der "Stafetten" und begegnen den gegenwärtigen Frauenprojekten Venedigs. Dieser Reichtum von Fraueninitiativen fügt sich chronologisch zu einer anschaulichen Alltags-, Kultur- und Zeitgeschichte dieser kosmopolitischen Stadt.

